Volkswagen unter Strom: Milliarden für Chinas E-Auto-Markt

In keinem anderen Land werden mehr Elektroautos verkauft als in China. Mit 40 neuen E-Modellen will auch VW davon profitieren.

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Von Jörn Petring und Thomas Strünkelnberg

Mit Milliardeninvestitionen und neuen Modellen will Volkswagen den boomenden E-Auto-Markt China aufrollen. In den nächsten sieben Jahren sollten zehn Milliarden Euro gemeinsam mit chinesischen Partnern in das Segment gesteckt werden, sagte VW-China-Chef Jochem Heizmann zur Automesse im südchinesischen Guangzhou.

Der Markt für Elektroautos entwickle sich in der Volksrepublik „schneller als in anderen Teilen der Welt“. Erst vor kurzem hatte Konzernchef Matthias Müller angekündigt, dass VW bis 2030 die Investitionen in die E-Mobilität auf 20 Milliarden Euro hochfährt.

„Im Moment ist das Geld da, aber man muss es gut einsetzen“, meinte der Autoexperte Stefan Bratzel. Vor allem mit Blick auf den Wandel zur E-Mobilität sagte er: „Es waren noch nie solche Investitionen notwendig wie für diese Transformation.“

Heizmann kündigte an, dass in China bis 2025 rund 40 Fahrzeugmodelle mit alternativen Antrieben produziert werden sollen - noch einmal 25 mehr als bisher vorgesehen. Auf dem wichtigsten Automarkt der Welt will er bis 2020 rund 400 000 Elektroautos jährlich verkaufen. Bis 2025 soll der Absatz auf 1,5 Millionen Stück pro Jahr steigen.

Nach früheren Angaben Müllers bringen die VW-Konzernmarken bis 2025 insgesamt über 80 neue Modelle mit E-Motor auf den Markt, darunter rund 50 reine E-Autos und 30 Plug-in-Hybride. Aber: „Für E-Mobilität Geld einzusetzen, ist eine Wette auf die Zukunft“, warnte Bratzel.

Als „richtige Lösung“ bezeichnete Heizmann den im September von der chinesischen Regierung verkündeten Kompromiss bei der geplanten Produktionsquote für Elektroautos. Anders als von den deutschen Herstellern befürchtet, sollen die neuen Regeln nicht schon 2018, sondern erst 2019 gelten. Nach einem Punktesystem müssen dann zehn Prozent der in China hergestellten oder importieren Fahrzeuge über einen Hybridantrieb oder einen reinen Elektromotor verfügen.

Dank staatlicher Subventionen beim Kauf eines E-Autos ist das Reich der Mitte inzwischen zum größten Markt für Elektrofahrzeuge aufgestiegen. Mehr als eine halbe Million Wagen mit alternativen Antrieben waren Ende 2016 bereits auf Chinas Straßen unterwegs. In vielen luftverschmutzten Millionenstädten des Landes herrschen strenge Zulassungsbeschränkungen für Autos mit Verbrennungsmotoren.

(dpa)